Thea Leitner: Hühnerstall und Nobelball

An die österreichische Autorin Thea Leitner erinnere ich mich gut, denn 1989, als ich in der Buchhandlung arbeitete wurde ihr Sachbuch „Habsburgs verkaufte Töchter“ zum Bestseller. Als ich daher kürzlich in einem vergessenen Bücherregal ein Taschenbuch von ihr entdeckte, „Hühnerstall und Nobelball, Leben in Krieg und Frieden, 1938-1955“, griff ich zu und hatte viel Spaß damit.

Das Buch ist ein Beispiel dafür, dass es nicht immer unbedingt eine Biografie sein muss. Thea Leitner schreibt episodenhaft. Die Anordnung der Erzählungen ist zwar chronologisch, doch lässt sie viele Dinge weg, die man in einer Biografie erwarten würde, statt dessen konzentriert sie sich auf einzelne Aspekte des Alltags. Als erfahrene Autorin weiß sie Pointen zu setzen, eine große Portion Selbstironie ist ebenfalls mit dabei. Wenn Sie die Idee haben, Ihre Biografie aufzuschreiben oder schreiben zu lassen, jedoch Bedenken haben wegen der Fülle des Materials und der Erinnerungen, ist das Buch eine sehr gute Anregung. Bei amazon kann man es gebraucht erstehen. (Übrigens gibt es auch einen ersten Teil der Erinnerungen „Jugendzeit damals“, den habe ich allerdings nicht gelesen.)

Foto: Verlag Ueberreuther