Tagebücher und Briefe verarbeiten

Originaldokumente sind für die Erstellung einer Biografie besonders wertvoll. Wenn man beispielsweise ein altes Tagebuch geerbt hat, kann einen das auf der eigenen Spurensuche erheblich weiter bringen. Natürlich besteht auch die Gefahr, dass man keine Antworten bekommt, sondern dass sich im Gegenteil noch viele weitere mehr Fragen auftun – oder dass man Dinge erfährt, die man lieber nicht gewusst hätte. So ging es beispielsweise der Journalistin Wibke Bruhns, als sie damit begann, ihr Familienarchiv auszuwerten. Im Vorwort zu „Meines Vaters Land – Geschichte einer deutschen Familie“ schreibt sie:

Ich lese seit Monaten in fremden Leben herum, in Briefen, Tagebüchern, in Schriftliche, aus mehr als 100 Jahren, das ich zusammengetragen habe aus den Katakomben der weitverzweigten Sippe.

Haben Sie vielleicht ein ähnliches „Archiv“ zu Hause? Briefe und handschriftliche Notizen, Tagebücher,  alte Urkunden, Rechnungen, Haushaltsbücher … alles Mögliche kann als Quelle dienen, wenn man auf Spurensuche geht. Ein Tipp: fangen Sie an zu ordnen ohne zu bewerten. Briefe werden am besten nach Briefeschreiber und Datum sortiert und zusammen mit dem Umschlag in Klarsichthüllen in einen Ordner geheftet. So kann man sich beim späteren Blättern schnell einen Überblick verschaffen. Ein Tagebuch, das sich als besonders reichhaltig erweist kann man – statt es abzuschreiben – auch mithilfe einer Spracherkennungssoftware in ein Word-Dokument diktieren. Mit Dragon Dictation von Nuance habe ich beispielsweise gute Erfahrungen gemacht. Wenn die Kisten und Kästen erst einmal aufgelöst sind und sich alles ordentlich in Ordnern verstauen und vor allem wiederfinden lässt, kommen die Ideen, wie Sie das Material zu einer Familiengeschichte verarbeiten könnten, fast von alleine.