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Ghostwriter: der unsichtbare Autor

Für den englischen Begriff Ghostwriter gibt es kein bildhaftes deutsches Pendent. Man kann es am ehesten mit Auftragsschreiber übersetzen, denn der „Geisterschreiber“ erinnert dann doch zu sehr an den Geisterfahrer, der auf der falschen Seite fährt. Der Ghostwriter bleibt auf der richtigen Seite, auf der seines Auftraggebers. Und er bleibt weitgehend unsichtbar. Viele Prominentenbiografien werden nicht von den Prominenten sondern von Ghostwritern verfasst. Je prominenter der Ghostwriter selbst, also etwa ein bekannter Journalist, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass auch sein Name publiziert wird.

Den unschätzbaren Wert einer dokumentierten Lebensgeschichte erkennen inzwischen immer mehr Privatpersonen – Leute wie du und ich – die ihren Kindern und Enkelkindern etwas hinterlassen möchten oder für sich selbst die Vergangenheit aufarbeiten wollen. Schreiben ist ein Handwerk, das nicht jeder so gut beherrscht, dass er gleich ein ganzes Buch schreiben könnte. Also warum nicht einfach seine Biografie oder Memoiren schreiben lassen?!

Unter Memoiren versteht man übrigens eine Darstellung, die subjektiver ist, als eine (Auto-)Biografie. In den Memoiren blickt ein Mensch auf sein Leben zurück und berichtet von ausgewählten Begebenheiten und Erlebnissen. Die Ereignisse werden aus heutiger Perspektive bewertet und eingeordnet. Eine Biografie bemüht sich im Gegensatz dazu um etwas mehr Objektivität. Das heißt, der Lebensweg und Werdegang eines Menschen wird nachgezeichnet und seine Entwicklung und Sozialisation geschildert. Meistens reicht eine solche Biografie von der Kindheit bis zum Alter, man findet aber auch Kindheitserinnerungen, Jugenderinnerungen oder „Die Jahre von XX – bis YY“.

Eine Autobiografie wird in der Ich-Form erzählt, kann aber natürlich ebenso wie die Biografie von einem Ghostwriter geschrieben werden. Als Ergänzung dieser Aufzählung passt hier noch die Familiengeschichte dazu. Schließlich kann der Fokus auch auf den Eltern, Großeltern, früheren Generationen oder anderen Familienmitgliedern liegen.

Wenn Sie auf der Suche nach „Ihrem“ Ghostwriter sind, hier eine kleine Checkliste dazu, wie Sie den Richtigen oder die Richtige finden. Untersuchungen haben übrigens gezeigt, dass wir uns bei komplexen Entscheidungen am besten auf unser Bauchgefühl verlassen. Fragen Sie sich also immer: „Was sagt mir mein Bauch?“

Erster Eindruck
  • Homepage und Leseproben
  • Referenzprojekte und -kunden
  • In Blog-Artikel reinlesen (falls vorhanden)
Persönlicher Kontakt
  • Einfach mal anrufen, stimmt die „Chemie“?
  • Ist der Autor wirklich an Ihnen interessiert?
  • Stellt er Ihnen die „richtigen“ Fragen?
Preis und Leistung
  • Ist das Angebot verständlich?
  • Sind die Kosten klar strukturiert?
  • Wieviel Service können Sie erwarten?

Foto: Sonnenaufgang über dem Zürichsee – Susanne Popp 

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